Mai 31, 2010
Oft wurde an dieser Stelle gelästert, dass die jeweiligen Song-Contest GewinnerInnen wohl sehr schnell wieder in der musikalischen Versenkung verschwinden werden, aus der sie kaum aufgetaucht sind. Zu Recht, wie ich meine.
Aber dieses Jahr ist es anders. Das liegt nicht (nur) an der hinreißenden Performance des deutschen Fräuleinwunders Lena Meyer-Landrut, sondern vielmehr an der Mission des TV- und Musik-Wunders Stefan Raab. Nicht zum ersten Mal bewies dieser, dass er den Song Contest, aber vor allem die Musik liebt.
Er sorgt als Produzent für eine ausgewogene Mischung aus Song, Show und Hype.
Denn schlussendlich hat heuer ein tolles Lied aus einem (nicht gerade beliebten) westeuropäischen Land gewonnen. Was den Verantwortlichen beim ORF widerspricht, die das Nicht-Antreten beim Song-Contest mit dem niedrigen musikalischen Niveau und der “Voting-Nachbarschaftshilfe” osteuropäischer Länder begründen.
An sich ein Armutszeugnis für eine “Musik-Nation”, nicht ein einziges Lied pro Jahr zu einem gesamteuropäischen Wettstreit zu schicken. Egal, was rauskommt: “Dabei sein ist alles!” Es wäre zumindest eine zusätzliche mediale Plattform für die heimische Musikszene.
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KulturLetter Kommentar vom 01.06.2010
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Veröffentlicht von Christoph Tautscher
Februar 23, 2010
Österreich hat wieder einmal sowas wie einen Theater-Skandal. Und natürlich hat auch die nicht aufgearbeitete NS-Zeit ihre Finger im Spiel. Diesmal geht es um DIE Ikone des österreichischen Films – auch nach dem Krieg – Hans Moser.
Der Autor Franzobel konfrontiert den “alten Moser” (gespielt von Erwin Steinhauer) im Himmel mit seinem jüngeren Ich (Florian Teichtmeister) und Hitler als Theater-Direktor (Hubsi Kramar). Dass “Moser oder Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes” nicht als geplanter Skandal konzipiert wurde, scheint mir persönlich (bei allen bekannten heimischen Beißreflexen) doch sehr blauäugig – um nicht zu sagen falsch. Nichtsdestotrotz sollen und müssen solche Gedankenspiele in der Kunst erlaubt sein, um neue Facetten an Personen Handlungsweisen oder Entwicklungen in neuem Licht darzustellen.
Franzobel selbst meint: Für mich ist Hans Moser, diese große Kunstfigur des Raunzens, aber auch ein Wiener Bruder Gustaf Gründgens´, ein Mephisto. Die Nazizeit brachte ihn, den Unpolitischen, steil nach oben. Er wurde bestverdienender Schauspieler, musste aber damit fertig werden, dass seine geliebte jüdische Frau nach Budapest und seine Tochter nach Buenos Aires flüchten mussten. Er hatte enormen Erfolg, wurde von den Massen geliebt, verkörperte das minimal widerständige Österreich und war doch einsam und unglücklich.
Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, dem möchte ich die gestrige Folge des ORF-Kulturmontags ans Herz legen.
Bis kommenden Montag in der ORF Mediathek zum nachschauen.
Auch mit einem sehr interessanten und in der Thematik nicht unähnlichen Beitrag über Schuld und Mitläufertum anhand des Films Jud Süß.
Auf freikarte.at gibt es für die Aufführung am 3.3.2010
2×2 Karten zu gewinnen.
Hier können Sie sich Vorverkaufskarten bei OETicket sichern.
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Veröffentlicht von Christoph Tautscher
Januar 27, 2010
Kommende Woche startet die neue Staffel von “Schnell ermittelt”. Bis dahin kann man sich beim freikarte.at KulturQuiz die Zeit vertreiben und für später die DVDs der 1. Staffel zum Nachschauen gewinnen.
Selten kommt es vor, dass man sich in Österreich auf den Staffel-Start einer heimischen Serie wirklich freuen kann. Umso schöner, wenn es endlich mal soweit ist. “Schnell ermittelt” ist einer der erfrischendsten Krimi-Serien der letzten Jahre und seit langem das Beste aus österreichischer TV-Bodenhaltung.
Genau so wie bei den Ermittlungsmethoden der Hauptdarstellerin Angelika Schnell, muss bei den Fragen aus allen kulturellen Epochen flott kombiniert und das eine oder andere Mal auf die eigene Intuition vertraut werden. Wir wünschen viel Spass mit der neuen Runde des
freikarte.at KulturQuiz .
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Veröffentlicht von Christoph Tautscher
September 28, 2009
Und schon wieder hat die heimische Filmindustrie “zugeschlagen”.
Diesmal war es die Sparte Fernsehfilm. Beim deutschen Fernsehpreis wurde Senta Berger als beste Schauspielerin für “Schlaflos”, sowie Josef Hader und der in Graz geborene Nikolaus Leytner für “Ein halbes Leben” mit dem Preis für den besten Hauptdarsteller und die beste Regie ausgezeichnet.
Auch der ORF hat hierbei wieder zugeschlagen – und zwar ins Fettnäpfchen. Dass der ko-produzierte Film “Ein halbes Leben” am Sonntag zur nachtschlafenden Zeit gezeigt wird, macht es eigentlich zu einfach, um auf die Sendeanstalt hinzuhauen.
Nicht zum Hinhauen, sondern zum Hinschauen – aber auf alle Fälle preisverdächtig – ist auch die österreichische Ausstellungslandschaft. Treten Sie ein – beim freikarte.at Ausstellungstag am 10.10.2009.
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KulturLetter Kommentar vom 29.9.2009
Um zu den aktuellen Josef Hader Verlosungen auf freikarte.at zu kommen einfach hier klicken.
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Veröffentlicht von Christoph Tautscher
September 14, 2009

Lourdes - Verleih: Stadtkino Wien
“Vier Preise für “Lourdes” in Venedig”
“Jessica Hausner geht in Venedig leer aus”
Zwei Überschriften vom Wochenende (bei derstandard.at und aus dem ORF ZIB-Flash), die beide die Wahrheit sagen – je nach Standpunkt. Wenn man mit einem Hauptpreis rechnet, mag Hausners Film leer ausgegangen sein.
Was aber vor wenigen Jahren noch Begeisterungs-Stürme ausgelöst hätte, vier “Nebenkategorie-Preise” bei den Filmfestspielen Venedig, sowie breite Zustimmung der Kritik, reicht nach Oscar-Schwenken und Palmen-Wedeln nicht mal mehr für eine Positiv-Meldung im ORF. Und das, wo doch der ORF eh schon eher weniger als mehr tut, um das zarte Pflänzchen “Erfolgreicher Österreichischer Film” am Leben zu erhalten.
Wir aber gratulieren Jessica Hausner zu diesem tollen Erfolg und freuen uns, dass es mit der heimischen Film-Branche erfolgreich weitergeht.
Mehr als sechs Preise – ganz ohne Nebenkategorien – für Ihr Kulturleben.
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KulturLetter Kommentar vom 15.9.2009
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Veröffentlicht von Christoph Tautscher
August 24, 2009

The Hours - erschienen bei Highlight Film
Es ist sicher einfach, bei allen aktuellen Meldungen über der ORF herzuziehen. Es ist verständlich, dass auch ein öffentlich-rechtliches Rundfunkunternehmen auf seine Quote und seine Marktanteile schielt, um die Gebührenfinanzierung zu rechtfertigen.
Was aber unverständlich erscheint ist, dass auch hochwertige und massentaugliche Filme im Nachtprogramm versteckt werden. Selbst wenn ein Privatsender wie PRO7 den Film “Marie Antoinette” mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle um 20.15 Uhr bringt, muss dieser im ORF nach 22 Uhr ein einsames Sendeplatz-Dasein fristen.
Der vielfach ausgezeichnete Film “The Hours” mit Nicole Kidman, Julianne Moore und Meryl Streep wird diese Woche gar erst nach 1 Uhr früh gesendet.
Es ist verständlich, dass man zur Hauptsendezeit keine Ingmar Bergman Epen sendet. Aber ein klein bisschen Sendequalität ist dem heimischen TV-Publikum durchaus zuzumuten. Vor allem, wenn sie sich mit bekannten und beliebten Gesichtern einer breiten Masse präsentiert.
Gewohnt hohe Sendequalität – jede Woche in Ihrer Mailbox.
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KulturLetter Kommentar vom 25.9.2009
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Veröffentlicht von Christoph Tautscher
Februar 16, 2009

Szene aus Revanche © Lukas Beck
Eigentlich war an dieser Stelle ein kurzer Bericht über die Galavorführung des Oscar-Nominierten Films “Revanche” geplant. Leider musste ich diese am vergangenen Freitag wegen einer gesundheitlichen Unpässlichkeit schwänzen. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen – immerhin habe ich “Die Fälscher” vor der Verleihung auch nicht gesehen – und was dann passierte, ist österreichische Filmgeschichte. Andererseits sind meine Vorhersagen nicht immer von Erfolg gekrönt.
Da ich am Freitag Abend zur Bettruhe verurteilt war, kam ich in den Genuss von Stefan Raabs “Bundesvision Song Contest”- ein flotter Musik-Reigen, bei dem sich Raab entgegen seiner üblichen Personality-Shows in den Hintergrund rückte und die Bühne aktuellen und neuen Pop-Musikern Deutschlands überließ. So stellt man sich Popmusik-Förderung anno 2009 vor.
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Veröffentlicht von Christoph Tautscher
Februar 9, 2009
Einer der großen österreichischen Sprachkünstler der letzten Jahrzehnte wird in Pension geschickt. Heinz Prüller, der die Motorsportfangemeinde mit nicht unbedingt nützlichem, aber dafür umso tiefgründigerem Hintergrundwissen aus der Formel 1 versorgte, muss beim ORF seinen Hut nehmen.
Ich gebe zwar zu, die letzten Jahre Formel 1 meist auf RTL geschaut zu haben, aber in deren Werbepausen war ich dankbarer Konsument von “Prüllerschen Weisheiten und Insiderinformationen”, wie etwa “Ich darf Ihnen leider noch nicht verraten, dass nächstes Jahr die Slicks (profillose Reifen, Anm.) wieder kommen, da es noch geheim ist.” Danke Herr Prüller für nicht immer schlaflose Sonntagnachmittage, und möge Ihnen und uns Ihre Leidenschaft auf die eine oder andere Form erhalten bleiben.
KulturLetter Kommentar vom 10.2.2009 – KulturLetter abonnieren
PS: Und passen sie auf, wenn Sie an der Rennstrecke von Estoril sind. “In Estoril sind die Seitenwinde besonders gefährlich, weil sie nämlich auch von vorne und von hinten kommen.”
Weitere Prüllereien unter diesem Link. Das oben abgebildete Buch mit gesammelten Zitaten ist im Handel nicht mehr erhältlich – wir aber aktuell auf eBay versteigert – mitbieten noch bis 15.02.09 um 21:14:49 Uhr
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Veröffentlicht von Christoph Tautscher