Fotografin und Revolutionärin – Tina Modotti im Kunst Haus Wien 1


… Fotografin, Revolutionärin – Reisende und Feministin möchte man noch hinzufügen.

Oft ist es der Zufall, der einem die schönsten Entdeckungen beschert. In meinem Fall war es ein Seminar auf der Uni, das mich auf das Leben und Werk von Tina Modotti gebracht hat. Umso freudiger überrascht war ich, als ich jetzt – Jahre später – die Ankündigung zur neuen Ausstellung im Kunst Haus Wien sah.

Porträt Tina Modotti, San Francisco, 1921, Foto: Johan Hagemeyer, © Galerie Bilderwelt, Berlin

Tina Modotti, eine der spannendsten Frauen- und Künstlerfiguren des 20. Jahrhunderts, ist leider (immer noch) viel zu wenig beachtet. Geboren in Italien, aufgewachsen unter anderem in Österreich und den USA, mit weiteren Lebensstationen in Mexiko, der Sowjetunion, Spanien und Deutschland, würde man sie heute wohl als Globetrotterin bezeichnen. Zuerst stand Tina Modotti noch im Schatten Edward Westons, dessen Modell und bald Geliebte sie war, emanzipierte sich allerdings rasch als eigenständige Fotografin.

Tina Modotti, Frau aus Tehuantepec, Mexiko, 1929, © Galerie Bilderwelt, Berlin

Ihr Stil ist klar und pur – von künstlich inszenierten Fotografien hielt sie nichts. Besonders ihre Dokumentar-Fotografien, etwa von den Frauen aus Tehuantepec oder den Wandmalereien etwa von Diego Rivera, oder die Fotos zur Mexikanischen Revolution sind gleichzeitig Kunst und Geschichtszeugnis. Ihre Frauenporträts sowie ihre Pflanzenfotos sind von einer faszinierenden, stillen Schönheit. Für die „Rosen“-Fotografie wäre auch Superstar Madonna ein Vermögen zu zahlen bereit gewesen…

Tina Modotti, Rosen, Mexico City, 1924, © Galerie Bilderwelt, Berlin

Das Kunst Haus Wien zeigt die erste umfassendere Tina Modotti-Ausstellung in Österreich und gibt damit einen gelungenen Überblick über ihr Leben und Werk, sowie die wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Neben Edward Weston und Diego Rivera zählten dazu auch Frida Kahlo oder der Revolutionär Julio Antonio Mella.

Tina Modotti, Frau mit Fahne, um 1928 © Galerie Bilderwelt, Berlin

Ausstellungsdauer: 1. Juli – 7. November 2010

Kunst Haus Wien
Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien

Öffnungszeiten
Täglich 10.00 – 19.00 Uhr (Kassaschluss: 18.30 Uhr)

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Für die Ausstellung gibt es regelmäßig Freikarten zu gewinnen! Eine Übersicht über die Termine findet sich HIER!


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Ein Gedanke zu “Fotografin und Revolutionärin – Tina Modotti im Kunst Haus Wien

  • Kunstmuseum Gehrke-Remund

    Frida Kahlo: La Tehuana

    Vier weitere Tehuana-Kleider sind jetzt in der Frida Kahlo Ausstellung „Leid und Leidenschaft“ im Kunstmuseum Gehrke-Remund in Baden-Baden ausgestellt.

    „… als Tehuana trage ich…“, schrieb Frida Kahlo zu Nicholas Muray in Februar 1939 aus Paris. Tatsächlich machte Frida Kahlo diese Huipiles (Blusen) und Röcke, aus der Landenge von Tehuantepec im Süden Mexikos, in der ganzen Welt berühmt.

    Ab dem 1. Juni 2010 werden im Kunstmuseum Gehrke-Remund vier zusätzliche Tehuana Kleider – ursprünglich aus Mexiko – gezeigt.
    Diese vier weiteren Stücke ergänzen die vier Huipiles und Röcke, die bereits in der Ausstellung zu sehen sind.

    Jedes Exponat ist besonders wertvoll in seiner eigenen Art und Weise. Das aufwendigste Tehuana-Kleid in der Ausstellung ist ein Gala Stück: einem Rock und einer Bluse aus dem gleichen Material und Muster.
    Dessen Blumen-Muster sind handgestickt, die geometrischen Muster sind handgewebt. Es dauert mehr als 3 Monate um diese Bluse anzufertigen und fast ein Jahr für das gesamte Kleid.
    Der Rock endet mit einer weißen Spitze. Aufgrund der reichhaltigen, handgestickten Blumenmuster und der Breite des Rockes wiegt dieser fast zwei Kilo.

    Das Tehuana-Kleid Exponat ist neben dem Frida Kahlo Gemälde: „Baum der Hoffnung, bleib stark“, 1946 ausgestellt. Darauf stellt sich die mexikanische Künstlerin in einem Selbstbildnis mit einem ähnlichen Tehuana-Kleid dar.

    Die Frauen des Landenge von Tehuantepec sind bekannt als stark und unabhängig. Zur Zeit der Frida Kahlo eroberten diese die Fantasie von vielen Reisenden und Künstler. Durch das Tragen der Tehuana-Kleider, machte Frida Kahlo eine Aussage über sich selbst und ihre mexikanischen Wurzeln.

    Die Frida Kahlo Ausstellung „Leid und Leidenschaft“ ist eine Dauerausstellung und zeigt 116 Gemälde Frida Kahlo: Handbemalte lizenzierten Repliken von © Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2008.