Der „gepflegte Herrenwitz“ im Karikaturmuseum Krems – Redaktionstipp 1


„Und was, wenn ich fragen darf, ist so besonders am September?“ © Playboy, 2010

Wieder einmal war ich mit meiner Vespa auf kulturellen Spuren durchs Land unterwegs. Diesmal ging es zur Eröffnung der Erich Sokol Ausstellung „PLAYBOY-Cartoons“ ins Kremser Karikaturmuseum. Nach einem „frischen“ Ritt durch die klare Frühlingsluft erreichte ich pünktlich am Samstag um 11 Uhr den Ort des Geschehens.

Dank des sonnigen Wetters konnte die Eröffnung samt der üblichen Reden unter freiem Himmel stattfinden. Die offizielle Eröffnungsrede der Bürgermeisterin von Krems und des Bürgermeisters von Mödling (dort lebte Sokol bis zu seinem Tod 2003 und ist der Sitz der Erich Sokol Privatstiftung) wurde zur überraschend amüsanten Doppelconférence.

Im Anschluss strömten die anwesenden Besucherinnen und Besucher ins Karikaturmuseum, das im Rahmen der Sonderausstellung bis November 2010 Arbeiten von Erich Sokol für das Männermagazin Playboy zeigt.

Verlosungen des Karikaturmuseum Krems auf freikarte.at

Anhand der Bilder lässt sich neben Sokols Entwicklung als Zeichner auch die Veränderungen im Humor(-empfinden) ablesen. Mancher zu Blatt gebrachte Herrenwitz, wäre in Zeiten political correctness selbst für den heutigen Playboy nur mehr schwer vorstellbar.

Allerdings zeigt der Vergleich mit manchem Tischgespräch bei der anschließenden Wein-Zusammenkunft, dass es selbst beim „gepflegten Herrenwitz“ eine feine Klinge bzw. Feder gibt, die Erich Sokol mit bravour geschwungen hat.

Dies kommt besonders bei jenen Bildern zur Geltung, die mit „Gestaltungsanleitungen“ des Playboy-Redakteurs versehen sind. Anhand dieser Vorgaben wird deutlich, mit welchem detailgetreuen Blick Erich Sokol die Situationen eingefangen, und mit vielschichtigem Witz wiedergegeben hat.
www.karikaturmuseum.at

Erich Sokol (1933 – 2003) gilt als einer der profiliertesten und international renommiertesten Zeichner, Karikaturisten und Cartoonisten Österreichs. Neben seiner Tätigkeit bei bedeutenden österreichischen und internationalen Zeitschriften und Zeitungen arbeitete Erich Sokol auch für das Magazin Playboy.

Gegründet im Dezember 1953 – mit Marilyn Monroe auf der ersten Titelseite – entwickelte sich Playboy sehr rasch zu einem Erfolgsmagazin und besitzt heute Kultstatus. Erich Sokol lernte Hugh Hefner, den Gründer und Herausgeber während seines Studiums in den USA kennen und bereits 1957 wurden seine ersten Cartoons im Playboy veröffentlicht. Sokol war – mit einer längeren Unterbrechung – bis zu seinem Tod für Playboy tätig und hat mit seinen herausragenden Cartoons neben Eldon Dedini, Shel Silverstein, Jules Feiffer, Jack Davis und anderen Zeichnern das Magazin über viele Jahre wesentlich mitgeprägt.

Die Ausstellung im Karikaturmuseum Krems präsentiert neben den Highlights der Playboy-Cartoons von Erich Sokol aus über 30 Jahren bisher unveröffentlichte Skizzen, Vorzeichnungen und Zeitdokumente. Um die Bedeutung von Erich Sokol für Playboy aufzuzeigen, werden im Rahmen der Ausstellung auch Werke von weiteren internationalen Playboy-Zeichnern präsentiert. Die Ausstellung im Karikaturmuseum Krems wird in Kooperation mit der Erich Sokol Privatstiftung realisiert.


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