Hans Moser in der Josefstadt – RedaktionsTipp


Österreich hat wieder einmal sowas wie einen Theater-Skandal. Und natürlich hat auch die nicht aufgearbeitete NS-Zeit ihre Finger im Spiel. Diesmal geht es um DIE Ikone des österreichischen Films – auch nach dem Krieg – Hans Moser.

Der Autor Franzobel konfrontiert den „alten Moser“ (gespielt von Erwin Steinhauer) im Himmel mit seinem jüngeren Ich (Florian Teichtmeister) und Hitler als Theater-Direktor (Hubsi Kramar). Dass „Moser oder Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes“ nicht als geplanter Skandal konzipiert wurde, scheint mir persönlich (bei allen bekannten heimischen Beißreflexen) doch sehr blauäugig – um nicht zu sagen falsch. Nichtsdestotrotz sollen und müssen solche Gedankenspiele in der Kunst erlaubt sein, um neue Facetten an Personen Handlungsweisen oder Entwicklungen in neuem Licht darzustellen.

Franzobel selbst meint: Für mich ist Hans Moser, diese große Kunstfigur des Raunzens, aber auch ein Wiener Bruder Gustaf Gründgens´, ein Mephisto. Die Nazizeit brachte ihn, den Unpolitischen, steil nach oben. Er wurde bestverdienender Schauspieler, musste aber damit fertig werden, dass seine geliebte jüdische Frau nach Budapest und seine Tochter nach Buenos Aires flüchten mussten. Er hatte enormen Erfolg, wurde von den Massen geliebt, verkörperte das minimal widerständige Österreich und war doch einsam und unglücklich.

Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, dem möchte ich die gestrige Folge des ORF-Kulturmontags ans Herz legen.
Bis kommenden Montag in der ORF Mediathek zum nachschauen.
Auch mit einem sehr interessanten und in der Thematik nicht unähnlichen Beitrag über Schuld und Mitläufertum anhand des Films Jud Süß.

Auf freikarte.at gibt es für die Aufführung am 3.3.2010
2×2 Karten zu gewinnen.

Hier können Sie sich Vorverkaufskarten bei OETicket sichern.

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