Ungeschminkt und ehrlich.


„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“

Trotz Wintereinbruch und klirrender Kälte fanden rund 50 Gäste den Weg ins Figlhaus um bei Wein und Erdnussflips mit Barbara Stöckl und Thomas Geierspichler über Glauben, Religion und Kirche zu diskutieren.Moderiert wurde von Dr. Andreas Schnider, dem sympathischen Bundesrat und Theologen, der mit viel Gefühl und Geschick wahre Wohnzimmeratmosphäre schaffte. Es bot sich eine seltene Gelegenheit Persönlichkeiten einmal anders zu erleben, fernab von Kameras und Seitenblicke -Gesellschaft.

„Zwischen 20 und 30 trottelt man sich aus. Dann erst kann man sich auf die wesentlichen Fragen des Lebens konzentrieren.“


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Sie ist keine Katholikin. Zumindest nicht auf dem Papier. Vor Jahren ist Barbara Stöckl aus der Kirche ausgetreten. Dennoch schrieb sie mit Kardinal  Schönborn ein Buch mit dem Titel „Wer braucht Gott?“. Beten und Gott erleben, beides ist erlebbar ohne an eine Kirche gebunden zu sein.  Nicht nur in diesem Punkt stimmte Thomas Geierspichler mit Barbara Stöckl überein. Auch er ist kein Freund der Kirche, dafür ein großer Bewunderer Jesus und der Bibel. Der Glaube half ihm aus dem Drogensumpf, nachdem er die Fähigkeit zu gehen verlor . Seine Querschnittslähmung wurde für ihn zur Herausforderung – zum Wendepunkt.  Einem Leben im Glauben. An sich selbst. An Gott. An den Teufel. Als Olympiasieger hält er Motivationsvorträge – und wenn man ihm so zuhört kann man sich seinem Bann kaum entziehen. Seine Natürlichkeit ist erfrischend. Kein Beschönigen und kein um-den-heißen-Brei-Herumreden. Geierspichler konfrontiert gerne, hält Menschen den Spiegel vor. Sie gaben ein perfektes Diskussionsteam ab, Stöckl und Geierspichler harmonierten wunderbar. Es war ein Vergnügen ihnen zu zu hören. Auch die Besucher hatten die Möglichkeit ihren Beitrag zur Diskussion zu leisten. Immer wieder wanderte das Mikrofon ins Publikum. Es entstanden Dialoge zwischen Bühne und Publikum, spannender konnte es nicht sein.

Am Ende des Abends waren sich alle einig: Ja. Glauben ist etwas Intimes. Etwas das schwer auszudrücken kaum in Worte fassbar ist.

Der Talk war  vorbei, die Gäste blieben, bis spät in die Nacht wurde weiter philosophiert. Ein Thema das berührt. Gäste die beeindruckten und überraschend offen sprachen.

„Unmöglich kann ich schweigen!“- Wie intim ist Religion?

Niemand hat geschwiegen und es war gut so. Der erste Abend der Talk-Reihe der Akademie für Evangelisation beeindruckte durch Offenheit und Ehrlichkeit.

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