Rigoletto – bei den St. Margarethner Festspielen


St. Margarethen - Römersteinbruch bei Nacht

St. Margarethen - Römersteinbruch bei Nacht

Man mag über Opern sagen, was man will, aber die St. Margarethner Festspiele sind einfach anders – anders positiv natürlich ;).  Kein Dresscode, keine stickigen Säle und ein Publikum, so bunt wie die Welt selbst. Vereint durch die von Gott gegebene Neugier und die gemeinsame Vorfreude, getrieben von unstillbaren Hunger nach kulturellerem Genuss finden sie sich dort alle zusammen, um in einer der wunderschönsten Freiluftkulissen Österreichs, ja vielleicht sogar Europas, der Königin der musikalischen Meisterwerke, der Oper, zu fröhnen und sich dem Zauber von Rigoletton hinzugeben.

Der bucklige Rigoletto (ja, hier werden einige Assoziationen zu Quasimodo herstellen) ist der Hofnarr des Herzogs von Mantua, der im ganzen Land bekannt für seinen ausgeprägten, schwer zu kontrollierenden Hang zu schönen Frauen ist und den Ruf eines notorischen Frauenhelden genießt.  Unentwegt macht sich Rigoletto über die dem Herzog zum Opfer fallenden Frauen, deren bloß gestellte Ehemänner und ihre zu tiefst schockierten Väter lustig, straft diese mit Spott und Hohn. Der Graf von Monterone, dessen Tochter ebenfalls zu einer von Mantuas Trophäen in seiner Sammlung und Rigolettos neuestes Opfer wurde, verflucht  darauf hin selbigen. Als Rigoletto dann zu all dem noch vorschlägt, die Frau des Grafen Ceprano zu entführen, um auch sie zur Beute seines niemals genug bekommenden Herren zu machen, ist die Gesellschaft am Hofe dermaßen erzürnt über den beschämenden Vorschlag des Narren, dass darauf hin die schöne Gilda, welche Rigoletto für seine Geliebte ausgibt, die jedoch seine in Wahrheit seine Tochter ist, entführt wird. Durch Zufall trifft dieser dann auf die aus dem Schlafzimmer des Herzogs von Mantua stürmende Gilda, welche ihm dann auch prompt gesteht, dass sie verführt worden wäre. Die verlorene Ehre seiner Tochter bringt Rigoletto zu dem Entschluss, dass sein Herr und Meister dafür mit seinem Leben büßen müsse. Der Meuchelmörder Sparafucile, den Rigoletto  mit Mantuas Tod beauftragt, ersticht jedoch unglücklicherweise die als Herzog von Mantua verkleidete Gilda, welche versucht, den Herzog, an den sie mittlerweile ihr liebliches Herz verloren hat, zu retten. Somit erfüllte sich der Wunsch des Grafen von Monterone, denn das Liebste und Teuerste, sein Ein und Alles wurde Rigoletto auf grausamste Weise genommen.

Der Umbau der des Festspielgeländes 2008 (es wurde vergrößert, modernisiert und sogar eine extra Bühne für Kinderopern gebaut, um auch die Kleinsten für die Oper zu begeistern) , mit dem auch ein optischer Stilwechsel einherging,  hat sich auch dieses Jahr bezahlt gemacht. Kulinarische Köstlichenkeiten, regional wie international lockerten in der 40-minütigen Pause (welche auf Grund des immer großen Andrangs auf die Toiletten durchaus angebracht ist, auch wenn nun so mancher verwunderten Blickes sein wird!) die gut gelaunten und erheiterten Gemüter des Publikums und luden zu regem Plausch über die wunderschön beleuchtete, prachtvolle Kulisse ein.

Wie zu erwarten, traf nach Nabucco (2007) und La Traviata (2008) auch Rigoletto den kulturellen Nerv des Publikums und umarnte die Sinne des Publikums, brachte es dazu, wieder einmal Verdis Charme zu erliegen. In diesem Sinne bleibt mir hier nichts weiters anzumerken, als dass wir alle gespannt und erfreut dem Jahr 2010 entgegen blicken und uns auf Mozarts Meisterwerk „Die  Zauberflöte“ freuen dürfen.

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