Bachmannpreis Oder das Subjektive des Literarischen 1


Kaum irgendwo sonst spielt subjektiver Geschmack, Empfindung oder Wahrnehmung so eine grosse Rolle wie in der Kunst – und speziell im geschriebenen Wort, das mir besonders am Herzen liegt. Jedes Jahr aufs Neue gilt der Bachmannpreis in Klagenfurt als Spielwiese für Perspektiven und als Streitfall für Experten. Juroren im allgemeinen und im speziellen werden hinterfragt wie selten – ebenso wie die Autoren selbst. Was will der Juror – was will das Publikum – was ist relevanter für den Buchverkauf? Fragen, die in Zeiten wie diesen immer mehr Brisanz bekommen, da die Welt der „User-Generation“ längst auch den Literaturbetrieb erreicht hat. Welche Relevanz haben literarische Kategorien (noch), welche Rollen spielen Geschmäcker, wer wird wofür gelobt und was steht dahinter? Political Correctness wie etwa – wie gross der Frauenanteil bei dem Bewerb sei oder welche inhaltlichen Ausgewogenheiten wie „ziehen“ würden und was überhaupt „gefragt“ sei scheinen zuweilen wichtiger als Formulierungen und Inhalte – aber spielen diese Fragestellungen eine Rolle? Eher im Verlag oder im Buchgeschäft? Geht es um den Verkauf oder um das Renommée?

Und – wie wird die Zukunft der Verlagsbranche aussehen? Spannender war die Entwicklung wohl nicht einmal im Gutenberg-Zeitalter. Ob das Bewusstsein für die tiefe Bedeutung des derzeitigen Umbruchs überhaupt schon durch so manches Verlagsportal gedrungen ist? Allem Anschein nach wird es zumindest kaum thematisiert. Wie immer so auch heuer bleiben viele Fragen offen bei der Veranstaltung. „Die Presse“ lässt doch gar „….die 33. Tage der deutschsprachigen Literatur in die Geschichte eingehen: als jenes Jahr, in dem die Bachmannpreis-Jury versuchte, die Literatur abzuschaffen“.

Ein Riesenthemenkomplex wird sich rund um das Google Library Project bilden – ob es um Urheberrechte von Autoren und Verlegern geht – um Publikationsfreiheit und einen Katalog von Fragen, die sich daran anschliessen. Urheberrechte von Autoren.

Diese Entwicklungen mitzugestalten ist jedenfalls eine grosse und bedeutungsvolle Aufgabe, meint mfb.


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