Oper auf Schiene – rund um Wien 1


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Ich bin ja ein klassisches Eisenbahnerkind – der eine Opa Bahnhofsvorstand, der andere Verschubmeister – der Papa und der Onkel waren Lokführer. Dass der Bruder und man selbst nicht diesen Berufsweg einschlugen, hatte auch mit den Aufnahmekriterien der heimischen Bundesbahnen zu tun.

Nun bin ich auch ein „Kultur-Mensch“ – seit ich Musik hören und Filme sehen kann, bestimmt Kultur im weitersten und engsten Sinn mein Leben. Dass mein Berufsweg irgendwann in diese Leidenschaft mündet, war im Rückblick betrachtet immer schon klar.

Egal ob als Eisenbahner oder nicht. Die „heimliche Sehnsucht“ nach den Stahlrössern auf Schiene ist aber nie ganz abgeflaut – manchmal setze ich mich mit meiner Jahreskarte in die Wiener Schnellbahn, um ein bisschen kreuz und quer durch Wien zu rattern und die Strecken abseits meiner üblichen Wege zu erkunden.

Nun kann ich dies auch mit einer kulturellen Darbietung verbinden. Bei „Oper Unterwegs – Undine geht“ findet die Aufführung während der Fahrt in einer Schnellbahn-Garnitur aus den 60er Jahren, sowie die Inszenierung an stillgelegten Bahnhöfen statt.

Ingeborg Bachmanns berühmte Erzählung von 1961 ist erstaunlich akut, der Text schmerzt und fordert unbeirrt. Die Musik von Olga Neuwirth bildet mit dem Text ein integratives Ganzes, das sich dem FAHREN unterordnet. Die Zuschauer setzen sich ihr eigenes Theater zusammen. Die Stadt, die Bahn, die Szenen innen und außen, die bildlichen Installationen werden zu einem eigenen aufregenden Erlebnis.
www.oper-unterwegs.at


Am Pfingswochenende von 29.5. bis 2.6.

Abfahrt: Bahnhof Heiligenstadt, Gleis 5
Kartenvorverkauf über den ERSTE Bank Ticket-Shop

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Uraufführung / eine Reise mit dem Zug

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Die Fahrt/Aufführung beginnt in Heiligenstadt und führt zunächst entlang der historische Trasse der Verbindungsbahn von Otto Wagner, die ursprünglich Franz Joseph ermöglichen sollte, seine Truppen rasch zusammenzuziehen. Vorbei ziehen Luftbadeanstalt, Friedhof, Gründerzeithäuser und Industrieanlagen, die alten Jugendstilbahnhöfe, bis Penzing.

Dort nimmt der Zug einen vom Publikum noch nie befahrenen Weg: Es geht nach Speising, über die stillgelegten Bahnhöfe Maxing und Oberlaa nach Kledering, dem großen Verschiebebahnhof, wo sich 56 Gleise nebeneinander befinden.

Durch die Erdberger Lände und die Praterauen fährt man schließlich die historische Donauuferbahn entlang, die sonst nur für Güterverkehr freigegeben ist, zurück bis Heiligenstadt.


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