Revanche für die heimische Musik-Szene 1


Szene aus Revanche © Lukas Beck

Szene aus Revanche © Lukas Beck

Eigentlich war an dieser Stelle ein kurzer Bericht über die Galavorführung des Oscar-Nominierten Films „Revanche“ geplant. Leider musste ich diese am vergangenen Freitag wegen einer gesundheitlichen Unpässlichkeit schwänzen. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen – immerhin habe ich „Die Fälscher“ vor der Verleihung auch nicht gesehen – und was dann passierte, ist österreichische Filmgeschichte. Andererseits sind meine Vorhersagen nicht immer von Erfolg gekrönt.

Da ich am Freitag Abend zur Bettruhe verurteilt war, kam ich in den Genuss von Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“- ein flotter Musik-Reigen, bei dem sich Raab entgegen seiner üblichen Personality-Shows in den Hintergrund rückte und die Bühne aktuellen und neuen Pop-Musikern Deutschlands überließ. So stellt man sich Popmusik-Förderung anno 2009 vor.

Schließlich braucht diese Musik vom Namen her schon Popularität – sprich Publikum. Dass dies auch mal im ORF möglich war, beweist gerade die Nostalgie-Comedy-Schiene „Echt Lustig“, die immer wieder Ausschnitte aus der „Großen Chance“ zeigt. Bezeichnend ist, dass nicht wenige KünstlerInnen und ModeratorInnen des Küniglbergs mit dieser Plattform ihre Karriere starteten – weil sie so einem größeren Publikum bekannt wurden.

Eine regel- und zeitgemäßes Showformat ähnlichem Zuschnitts, könnte dem ORF vermutlich eine gewünschte Quote, einen neuen Pool an Kreativen und etwas mehr Reputation bzgl. des Bildungs- und Kulturförderungsauftrags liefern als jede Neuauflage einer Musical-, Dancing Stars- oder Starmania-Staffel. Der österreichischen Musik- und Kulturlandschaft würde es bestimmt nicht schaden. Vielleicht hat aber auch schon puls4 die Nase mit „Austras next Topmodel“ vorn – schließlich muss ja auch jemand die zweite Staffel moderieren 😉

Abschließend bleibt festzustellen – die Kino-BesucherInnen bei österreichischen Filmen haben sich im vergangenen Jahr verdreifacht – natürlich auch weil „Mundl“ generationsübergreifendes Publikum anspricht, „We Make Money“ den Zeitgeist punktgenau traf, „Die Fälscher“ einen Oscar bekam und „Falco“ (als echter Pop-Star) in Östereich immer noch zieht. Unterm Strich hatten aber alle Filme vor allem eines – ÖFFENTLICHKEIT – und diese sollte man auch der heimischen Musik-Szene zugestehen – natürlich im ORF (als nach-wie-vor-Leitmedium) – aber auch private Medien dürfen hier nicht aus der Pflicht genommen werden. In diesem Sinne alles Gute für „Revanche“ – egal ob Oscar oder nicht. Gewonnen hat der Film eh schon – ganz einfach mehr Publikum.
KulturLetter Kommentar vom 17.02.2009 – KulturLetter abonnieren


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