Blechsalat im Musikverein – Mnozil Brass goes sinfony


Mnozil Brass Der Goldene Saal des Wiener Musikvereins einmal anders (23.10.2008) – Lichteffekte, wechselnde Spielstätten, Symphonisches nicht ganz alltäglich: Mnozil Brass gaben gemeinsam mit dem Tonkünstler-Orchester die eigens für diese Gelegenheit komponierten „18 Präludien und Septupelfolge für Blechbläserseptett und Orchester“ von Tristan Schulze zum Besten. Und dies gar nicht einmal so schlecht.

Wer einen unterhaltsamen Abend erwartet hatte, wurde nicht enttäuscht; wer ob des leicht irreführenden Titels „Blechsalat“ auf schräge Töne gefasst war, eines besseren belehrt. Eine ganz und gar runde und harmonische „Performance“ wurde von den Glorreichen Sieben, unterstützt von den Tonkünstlern, die sich an diesem Abend allerdings leider nicht in Höchstform präsentierten, dargeboten. Gewürzt mit einer Prise Witz und Charme in Form von spritzigen Soli oder Tanzeinlagen agierten Mnozil Brass in gewohnt heiterer und dabei musikalisch hochwertiger Manier. Die schließlich erfolgreiche Suche nach Leonhard „Dr.“ Paul oder der Posaunenkampf beim Einzug der tapferen Recken waren nur Vorspiel zu einem erfrischenden und erheiternden abendlichen Ohrenschmaus. Rasend schnelle Soli (eine Variation des „Rindberger-Wahnsinn“?) wechselten mit wunderbar zarten, barocken Klängen der Tonkünstler zu Blockflöte (Robert Rother). Das Alphorn (im Carbon-Look!) ein Highlight, wenn auch hörbar schwierig zu spielen, die Orchesterparts einfach schön. Wirklich eine stimmige Komposition, Kompliment an Tristan Schulze. Einzig die Tuba blieb schließlich nur Begleitinstrument – Brandstötter, wo bleibt dein Solo?

Dass der dynamische Kristjan Järvi an diesem Abend mit lediglich einem einzigen Taktstock auskam, grenzt beinahe an ein Wunder, wurde dieser doch so manches Mal unbeabsichtigt zum zusätzlichen Schlagzeug umfunktioniert. Auch hier also alles beim Alten – Musik bewegt eben einfach. Großartig schließlich Thomas Ganschs Solo an der Trompete, welches wieder einmal lange in Erinnerung bleiben wird. Jeder Ton sitzt einfach perfekt – danke!

Alles in allem eine imposa(u)nte Darbietung mit viel Charme, die als gelungener Beitrag zu guter Laune gewertet werden darf. Das mit dem Licht müssen wir allerdings noch ein wenig üben.

Fazit: Prädikat empfehlenswert.

Demnächst darf Mnozil Brass am 09.11.2008 bei der Aufführung der Oper „Irmingard“ im Wiener Burgtheater bewundert werden. Näheres hierzu sowie weitere Termine unter www.mnozilbrass.at.

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