Ein Tag der nie enttäuscht

Oktober 28, 2008

Es gibt wenige Zeiten im Jahr, die halten was sie versprechen. Ein Großteil der Wintertage ist nicht sonnig und schneeweiß, sondern grau und nass. Laue Sommerabende, an denen man ewig draußen saß, waren im Nachhinein viel zu selten und der Urlaub sowieso immer zu kurz. Am ehesten sind Geburtstage und Weihnachten meist ganz o.k.

Aber ein Tag, der mich nie enttäuscht, ist der Sonntag, wenn die Sommer- in die Winterzeit wechselt. Schon in der Früh wird man mit einer Stunde extra beschenkt. Und wenn man vergisst, eine Uhr zurück zu stellen, bekommt man diese Stunde gleich noch mal geschenkt. Aber am schönsten ist, dass die Wirkung eine zeitlang anhält und man sich auch ein, zwei Tage später noch denkt: “Wow, es ist ja erst soundsoviel Uhr”. Es ist eine kurze Zeitspanne, in der man das Gefühl hat, nicht permanent vom Zeitdruck gejagt zu werden.
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Blechsalat im Musikverein – Mnozil Brass goes sinfony

Oktober 27, 2008

Mnozil Brass Der Goldene Saal des Wiener Musikvereins einmal anders (23.10.2008) – Lichteffekte, wechselnde Spielstätten, Symphonisches nicht ganz alltäglich: Mnozil Brass gaben gemeinsam mit dem Tonkünstler-Orchester die eigens für diese Gelegenheit komponierten „18 Präludien und Septupelfolge für Blechbläserseptett und Orchester“ von Tristan Schulze zum Besten. Und dies gar nicht einmal so schlecht.

Wer einen unterhaltsamen Abend erwartet hatte, wurde nicht enttäuscht; wer ob des leicht irreführenden Titels „Blechsalat“ auf schräge Töne gefasst war, eines besseren belehrt. Eine ganz und gar runde und harmonische „Performance“ wurde von den Glorreichen Sieben, unterstützt von den Tonkünstlern, die sich an diesem Abend allerdings leider nicht in Höchstform präsentierten, dargeboten. Gewürzt mit einer Prise Witz und Charme in Form von spritzigen Soli oder Tanzeinlagen agierten Mnozil Brass in gewohnt heiterer und dabei musikalisch hochwertiger Manier. Die schließlich erfolgreiche Suche nach Leonhard „Dr.“ Paul oder der Posaunenkampf beim Einzug der tapferen Recken waren nur Vorspiel zu einem erfrischenden und erheiternden abendlichen Ohrenschmaus. Lesen Sie den kompletten Artikel hier »


Starke Stimme: Heather Nova live

Oktober 24, 2008

Eine Bühne ohne Schnickschnack, nur das Mikro von Kunstblumen umrankt, eine kleine Band und eine starke Stimme: Letzten Sonntag (19. Oktober) gab Heather Nova im Gasometer ein kleines, aber sehr feines Konzert. Ursprünglich war gar kein Österreichtermin auf ihrer neuen Tour vorgesehen gewesen, aber sie bat ihren Manager, unbedingt nachträglich einen zu buchen.

Ob deshalb nicht genug Zeit blieb, das Konzert groß anzukündigen, oder ob sich nur die wirklich eingefleischten Fans zum Konzert bemühten, habe ich mich kurz gewundert. Bei einer kleinen Umfrage im Freundeskreis kam erschreckenderweise gar heraus, dass viele Menschen unter 25 Heather Nova überhaupt nicht (mehr) kennen. Wie kann das sein?

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Ein schwarzer Tag für Österreichs Sport

Oktober 21, 2008

Jetzt ist es schon fast eine Woche her.
Der schwarze Tag für Österreichs Profisport. Man ist ja als heimischer Sportbegeisterter, und insbesondere als Fußballfan leiderprobt. Aber was sich von letzten Dienstag auf Mittwoch abspielte, war doch etwas viel. Die Unter21 Fußball-Nationalmannschaft scheitert denkbar knapp an der EM-Qualifikation und deren große Brüder sind mit dem 1:3 gegen Serbien auch kein Vorbild gewesen. Da kann man das Doping-Geständnis des Radprofis Bernhard Kohl schon fast als Lichtblick werten.

Sollten Sie auch noch etwas angeschlagen sein, empfehlen wir Hirn-Doping mit Kultur und Kunst als Balsam für die geprügelte Seele. KulturLetter Kommentar vom 21.10.08 - KulturLetter abonnieren


Ausstellungstip: Leonardo da Vinci – Der geniale Erfinder

Oktober 21, 2008

Noch bis 11. Jänner kann man in der interaktiven Ausstellung im atmosphärischen Keller des Schottenstifts (Freyung 6, 1010 Wien) nachgebaute Konstruktionen des “Multitalents” Leonardo da Vinci bewundern und selbst ausprobieren.

Leonarda da Vinci SelbstportraitWer sich gründlich über die Person Leonardos und dessen gesamtes Wirken informieren will ist in dieser Ausstellung wohl fehl am Platz. Der Schwerpunkt liegt klar auf dessen Ingenieursarbeiten, ohne besonders tiefgehende Hintergrundinformationen zu geben. Die Maschinen – vom funktionsfähigen Fallschirm bis zu einem Vorläufer des modernen Panzers – sind kurz und bündig beschrieben; was mich jedoch ob der teilweise unbeholfenen deutschen Übersetzungen der Infotexte nicht allzu sehr störte. Für alle, die dennoch eingehendere biografische Informationen wollen, gibt es eine ganztägige Filmvorführung mit jeweils ca. 45 Minuten langen Ausschnitten, u.a. aus der tollen, 2003 produzierten, BBC-Dokumentation.

Wer jedoch Spaß daran hat, Erfindungen des Genies selbst auszuprobieren und auszutesten, wird ihn sicherlich haben und sich, so wie ich, des Öfteren denken: “Eigentlich eh logisch…nur draufkommen muß man erst einmal!”

www.mostradileonardo.com


Blue Man Group in der Wiener Stadthalle

Oktober 20, 2008

Zwei Tage lang – am 16. und 17. 10. – gastierten die “kleinen blauen Männchen” in der Wiener Stadthalle. Freitag Abend war ich mit dabei.

Es war ein durch und durch unterhaltsamer Abend. Mit viel Charme, Witz und guter Musik ließen die Blue Men das Publikum an einem knapp zweistündigen interaktiven Kurs teilnehmen: “Wie werde ich möglichst schnell zum Megastar?” Erworben haben sie diesen Kurs – natürlich, wo sonst? – im Teleshopping; inkl. 30-tägiger Entziehungskur in einer Prominentenklinik, gratis bei Sofortanruf!. Die Handlung wurde sowohl durch die Darsteller selbst wie auch über Video-Leinwände umgesetzt. Dadurch erwies sich die gesamte Show nicht nur als musikalische Darbietung, sondern auch als gekonnte Persiflage auf  Werbungen aller Art, verbunden mit Querverweisen und Seitenhieben auf unterschiedliche Aspekte der Rockmusik(geschichte). Dabei überzeugten die Hauptdarsteller und die Band meiner Meinung nach auf ganzer Linie.

Doch natürlich erfand sich die Truppe mit diesem neuen Programm – das übrigens musiklastiger ausfiel als frühere Programme – nicht komplett neu, sondern setzte auch auf Altbewährtes. So kamen zum Beispiel natürlich die selbstkonstruierten Schlaginstrumente, die Wassertrommeln und am Ende die Klopapierrollen zum Einsatz. Meiner Meinung nach hätte eine etwas kleinere Location den Gesamteindruck sicherlich noch etwas verbessert, da so das Publikum noch stärker einbezogen hätte werden können.

Glücklicherweise bin ich zu der Veranstaltung eingeladen worden. Andernfalls wäre es ein teurer Spaß gewesen, da die Kartenpreise nicht gerade billig waren…doch wer einmal die Gelegenheit hat, die Blue Men in Aktion zu sehen, sollte sie sich nach Möglichkeit nicht entgehen lassen!


Reich-Ranicki für Millionen

Oktober 14, 2008

Ein Mann sprach am Wochenende aus, was sich täglich Millionen Menschen denken. Mit seiner Offenbarung, dass er es “widerwärtig” finde, “dass ich es nicht mehr ertragen kann” und “es unglaublich ist, dass so etwas gesendet wird” traf Marcel Reich-Ranicki beim deutschen Fernsehpreis den Nagel auf dem Kopf und die TV-Verantwortlichen mitten ins Herz. Chapeau vor der Courage, mit der der “Literaturpapst” sein Herz auf der Zunge trug. Mehr dazu bei der Süddeutschen Zeitung:
Eklat bei Fernsehgala – Der alte Mann und der Blödsinn

Medien-Nostalgie umfing mich am Samstag, als ich mir im Fernsehen das Live-Hörspiel Färöer-Österreich anhörte. Schade, dass es sich um keine Konferenz-Schaltung handelte. Ein “HIER IST TORSHAVN – TOOOR für ÖSTERREICH!” hat noch gefehlt.
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Blind Date mit Nietzsche

Oktober 14, 2008

Letztes Wochenende habe ich ein Experiment gewagt: in ein Theater zu gehen, ohne irgendetwas über das Stück oder die Inszenierung zu wissen. Gelandet bin ich im Theater Brett, einer kleinen Bühne im 6. Bezirk in Wien. 
Zumindest war dann klar, dass es sich um eher experimentelles Theater handeln würde, aber beim Anblick des Titels wurde mir zugegebenermaßen leicht schwindlig: “Ecce Homo” – Reduziertes Nebukazzneda spielt Ecce Homo – eine Lesung. anfänglich. Nur hatte ich da den Untertitel noch nicht gesehen: …hier arbeitet eine vollkommene Höllenmaschine.

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CD-Präsentation von Eva Marold in den Kammerspielen

Oktober 7, 2008

Eva Marold mit Band auf der Bühne der Kammerspiele Letzten Sonntag Vormittag (“Was für ein Termin!”) präsentierte die Schauspielerin und Sängerin Eva Marold ihre erste Solo-CD “I söbst”. Eine Marold-Familien-Co-Produktionen zwischen Cousine Eva und Cousin Manuel Marold, aus dessen Feder die Lieder stammen. Die Texte wurden in der über zweijährigen Produktionsphase gemeinsam erarbeitet. Herausgekommen sind persönliche Betrachtungen und Blickwinkel einer selbstbewussten Frau. Vom Liebeslied “Brieftaube” über eine Ode an den „Frauenarzt aus Leidenschaft“,  Seiten-Blicke auf die Society bei “Die Schenan und die Reichen” bis zum “Puff”, werden eine vielzahl von Themenbereichen gestreift und erörtert.

Eva Marold beim Interview mit Dominic Heinzl Leider konnte am Sonntag nur ein Teil der Songs präsentiert werden, “da die Kammerspiel gleich abg’rissen werd’n” bzw. weil die Umbauarbeiten für die Nachmittagsvorstellung beginnen mussen. Andererseits hätte sonst der musikalische Reigen wohl noch früher beginnen müssen und ich hatte – ob der Beginnzeit – das Frühstücks-Buffet mit Burgenländischen Schmankerln schon verpasst. Wobei mich Dominic Heinzl dann gestern auf ATV via Bildschirm aufklärte dabei gar nichts versäumt zu haben.

Kamerateams im Foyer der Kammerspiele Schade wäre es aber auf alle Fälle um jede Minute der Bühnenperformance von Eva Marold gewesen, die Lust macht der CD eine tiefgreifendere Betrachtung zu schenken, als es wohl die anwesende Society-TV-Karawane machen wird.

Eva Marold CD-Cover

Selbstversuche sind möglich und die dafür notwendige CD Eva Marold “I söbst” auf ihrer Homepage www.evamariamarold.at zu bestellen.


Schönes Wetter abgeschafft!

Oktober 7, 2008

An einem sonnigen Herbstwochenende wie dem vergangenen scheint es, als ob schönes Wetter danach für immer abgeschafft würde: Wer kann, ist draußen und genießt Luft, Licht und Aussicht als wäre es das letzte Mal.

Aber selbst wenn es so passieren sollte: Abhilfe bei Verstimmungen aller Art schaffen immer noch die bunten, spannenden und vielversprechenden freikarte.at Kulturtipps der Woche - KulturLetter abonnieren

Und denken Sie dran: Das nächste Sommer-Open Air kommt bestimmt – irgendwann.
KulturLetter Kommentar vom 07.10.08